Musikverein Flörsheim überzeugt bei Konzert in der St. Gallus-Kirche
30.12.2011 - FLÖRSHEIM
Von Bernd Diefenbach
Beim Jahresabschlusskonzert des Flörsheimer Musikvereins in der Sankt Gallus-Kirche bewiesen die 35 Musiker unter Leitung von Frank Gärtner, dass sie ihr Repertoire kontinuierlich erweitert haben. Auch der Zuspruch in der katholischen Barockkirche war beachtlich, nur wenige Plätze blieben frei.
Für die Liebhaber anspruchsvoller klassischer Stücke gab es ein gutes Programm. Das Orchester beherrschte auch komplexe Stücke von Johann Sebastian Bach, der Choral „Jesus bleibet meine Freude“ zählt zu Bachs bekanntesten Werken. Bei der Suite „Air“, einem Arrangement von A. Loritz, sorgten die melancholischen Klänge für Nachdenklichkeit im Gotteshaus. Doch die Besucher schätzten diese Interpretation des Bach-Werkes und spendeten dafür verdienten Applaus.
Das Konzert begann feierlich mit einem Orgel- und Trompetenspiel. Bei diesem Marsch von Henry Purcell wirkte auch Dirigent Frank Gärtner als Solo-Trompeter mit, Andreas Clute unterstützte ihn an der Orgel. Beim zweiten Stück, einer Suite von Fritz Neuböck, bewiesen die Musiker erneut ihr Können. Das Orchester spielte die drei Sätze, eine festliche Fanfare, eine Aria sowie eine schwungvolle Farandole, ohne Unterbrechung und erhielt nach der mitreißenden Darbietung viel Beifall. Ein komplexes Stück war „Celtic Flutes“ von Kurt Gäble, dabei gelang das Zusammenspiel zwischen Orchester und Flöten-Solistinnen ausgezeichnet. Der jungen Musikerin Clara Clute merkte man die Freude an ihrem Instrument an. Und das Orchester setzte die Themen Liebe und Hoffnung, welche der Komponist im Werk verarbeitete, gekonnt um.
Eine ganz andere Richtung präsentierten die Musiker bei „Rule Britannia“, der inoffiziellen britischen Nationalhymne. Nach dem pathetischen Schluss gab es ebenfalls Riesenbeifall. Ein Klanggenuss war die Darbietung von „Amazing Grace“: Das symphonische Arrangement stammte vom 1958 geborenen Komponisten Frank Tichelli. Das populäre Stück wird sowohl vom amerikanischen Bürgertum als auch von den Indianern gesungen. Es wird in den USA sehr häufig bei Beerdigungen gespielt. Zum krönenden Abschluss bot das Orchester „A Day of Hope“ des 1965 geborenen Komponisten Fritz Neuböck dar. In dem Werk greift Neuböck den Wunsch nach Frieden auf. Der Musikverein überzeugte mit einer Trompeten-Fanfare, einem romantischen Mittelteil sowie zum Schluss mit einem majestätischen Marsch. Danach spendeten die Gäste stehende Ovationen und forderten die Musiker zu zwei Zugaben heraus.
Moderatorin Christine von der Au betonte abschließend, dass der Musikverein ein breites Spektrum anbieten wollte“. Bei „Celtic Flutes“ habe der Verein ein spezielles Stück für Flöten geboten: „Schließlich ist die Flöte ein historisches Instrument, das weltweit beliebt ist.“ Fazit: Der 1954 gegründete Musikverein Flörsheim, der vom 13. bis 22. September 2012 an der Steuben-Parade in New York teilnimmt, ist gut gerüstet für die Fahrt in die USA.
(Quelle: Main-Spitze)